Wie Cortisol wird Insulin häufig verunglimpft, aber es ist tatsächlich ein Superhormon, das eine Vielzahl von Funktionen erfüllt, die über das Einbringen von überschüssigem Zucker in Fettzellen hinausgeht. Tatsächlich führt Insulin mehrere wichtige Aufgaben aus, die nichts mit Glukose zu tun haben. Aufgaben, die weitaus weniger effizient ausgeführt werden, wenn die Kohlenhydrate übermäßig eingeschränkt sind.

 

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Stoffwechsel der Skelettmuskulatur: 

Insulin ist entscheidend für den Proteinstoffwechsel im Muskelgewebe und wirkt anabol (aufbauend) und antikatabol (anti-abbauend). Es ist entscheidend für das Muskelwachstum und die Muskelreparatur. Es erhöht die Transportrate von Aminosäuren in das Muskelgewebe und stellt sie für die Muskelproteinsynthese zur Verfügung. Es reduziert auch den Muskelproteinabbau.

Schilddrüsenfunktion: 

Das Hormon Thyroxin (T4) wird in der Schilddrüse produziert und dann in das aktivere Hormon Triiodthyronin umgewandelt. Dieser Prozess wird durch Insulin hochreguliert und ist in Zeiten übermäßiger Kalorien- oder Kohlenhydratrestriktion deutlich geringer.

Knochengesundheit: 

Zellen, die Osteoblasten genannt werden, schaffen neues Knochengewebe und remineralisieren vorhandene Knochenmatrix. Insulin erhöht die Osteoblastenaktivität, Proliferation, Differenzierung und das Überleben und erhöht gleichzeitig die Kollagensynthese, um die Integrität des Bindegewebes zu verbessern.

Gesunde Immun-Reaktionen: 

Wenn der Insulinwert erhöht ist, werden die Immunzellen stabiler. Insulin aktiviert Immunzellen, sogenannte Neutrophile (die erste Verteidigungslinie bei Infektionen oder Verletzungen), und andere Zellen des Immunsystems. Es erhöht sogar die Wirksamkeit natürlicher Killerzellen, die infizierte oder krebsartige Zellen zerstören. Es aktiviert auch Helfer-T-Zellen, die bei Immunangriffen helfen, und regulatorische T-Zellen, die Immunantworten modulieren und Autoimmunerkrankungen verhindern.

Umgekehrt kann das Blockieren von Insulin die Wachstumsgeschwindigkeit von Tumorzellen und Migration von regulatorischen T-Zellen verringern. Deshalb kann ein hoher Insulinspiegel zu Entzündungen im Körper führen während gleichzeitig eine Insulinresistenz oder ständig unterdrückte Insulinspiegel mit Autoimmunproblemen und der Unterdrückung des Immunsystems verbunden sind.

Gesundheit des Zentralen Nervensystems: 

Insulin kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und sich an Rezeptoren in verschiedenen Bereichen des Gehirns binden. Zum Beispiel kann es an Rezeptoren im Hypothalamus und Hippocampus andocken, wo es dann Hunger und den Energiehaushalt reguliert und gleichzeitig kann es kognitive Funktionen wie Neuroplastizität, Lernen und das Gedächtnis verbessern. Zu wenig Insulin im Gehirn wird mit kognitiver Beeinträchtigung, Demenz und Alzheimer zusammen in Verbindung gebracht.

Hormonregelung:

Insulin wirkt mit dem insulinähnlichem Wachstumsfaktor 1 (IGF-1) und follikelstimulierendem Hormon so auf die Östrogen- und Testosteronproduktion, dass sie extrem steigt. Es senkt den Spiegel des Verbindungshormons Globulin, das sich im Blut an Testosteron und Östrogen bindet und diese inaktiv macht. 

Das bedeutet, bis zu einem gewissen Punkt, dass ein höherer Insulinspiegel zu mehr Sexualhormonen führt und so eine Verbesserung ihrer Bioverfügbarkeit bewirkt. Insulin interagiert auch mit Cortisol, Wachstumshormon und Glucagon sowie Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin und Melatonin.

Aus all diesen Gründen stelle bitte sicher, dass du natürliche, gesunde Mengen an Kohlenhydraten zu dir nimmst, an körperlich besonders aktiveren Tagen auch gerne vornehmlich abends.

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Die Autoren

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