Sich Informationen zu beschaffen ist mittlerweile viel einfacher, als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Das Internet ist voll mit Tipps, Tricks und Studien, aber nicht alle sind immer richtig. Rund um Diäten, Abnehmen, CrossFit und gesundes Essen gibt es daher einige Mythen. Wir haben ein paar rund um das Thema Ernährung gesammelt, die in diesem Jahr ganz besonders groß debattiert wurden.

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1. Kohlenhydrate sind schlecht für dich

Erst war Fett der absolute Feind, jetzt gibt einen neuen Endgegner: Kohlenhydrate. 

Das Problem: Viele glauben, der glykämische Index und der nicht so bekannte Insulinindex Lebensmittel danach einstufen, ob sie gesund oder ungesund sind. 

Studien zeigen: Diäten, in denen der Blutzuckerspiegel niedrig ist, haben keine oder nur sehr geringe positive Auswirkungen auf das metabolische System im Vergleich zu Diäten, bei denen der Blutzuckerspiegel hoch ist. Außerdem stützen Studien nicht, dass Fettleibigkeit durch Kohlenhydrate und durch die Insulinreaktion entsteht. 

2017 gab es 32 verschiedene Studien und in allen haben die Forscher Mahlzeiten vorbereitet, die dafür sorgen sollten, dass jeder Proband in seiner Ernährung eine bestimmte Menge an Kalorien und Nährstoffen bekommt. Alle Studien waren in der Kalorienanzahl und Eiweißmenge gleich, nicht aber in der Fett- und Kohlenhydratmenge. 

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Diäten mit weniger Fett (durchschnittlich 16 Gramm am Tag) für einen höheren Fettabbau gesorgt haben und einem höheren Energieverbrauch (mit durchschnittlich 26 Kalorien pro Tag). Der Unterschied ist aber so gering, dass es kaum der Rede wert ist. Analysen haben gezeigt, dass Keto, kohlenhydratarme und kohlenhydratreiche Ernährungsformen zu einem ähnlichen Gewichtsverlust geführt haben. Weniger Kohlenhydrate zu essen kann helfen, wenn man sich dadurch gesünder ernährt. Wenn es aber bedeutet, dass du dann auf andere ungesündere Lebensmittel zurück greifst, lohnt es sich nicht. 

Die Wahrheit; Es ist also nicht wichtig Fett durch Kohlenhydrate oder andersherum zu ersetzen, sondern ein Kaloriendefizit herzustellen. 

2. Fett ist schlecht für dich

Das Problem: Fett essen, fett werden. Das ist einer der großen Mythen, der sich hartnäckig hält. 

Studien zeigen: Eine fettarme und eine kohlenhydratarme Diät bei gleichem Kaloriendefizit und gleicher Proteinaufnahme zeigen ähnliche Ergebnisse auf der Waage. Jegliches Fett in der Ernährung zu meiden kann sogar sehr gefährlich für den Körper sein, da er Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren benötigt. Damit können wir auch einen weiteren Mythos entkräften: gesättigte Fettsäuren sind nicht der Hauptauslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Stattdessen sind Transfette die Art von Fetten, die gesundheitliche Probleme machen können. Dabei geht es nicht um die geringe Menge an Transfetten, die beispielsweise in Milchprodukten sind, sondern vielmehr um hydrierte Öle und demnach von verarbeiteten Lebensmitteln. 

Die Wahrheit: Wenn du in einem Kalorienüberschuss bleibst, wirst du durch eine fettarme Ernährung nicht abnehmen. Du brauchst Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Transfette solltest du aber meiden. 

3. Rotes Fleisch ist schlecht für dich

Der Mythos: Rotes Fleisch verursacht Krebs.

Das Problem: Krebs ist besonders schwer in absoluten Zahlen zu diskutieren. Schließlich kann fast alles, was wir essen, an der Krebsentstehung beteiligt sein. Dennoch wurde rotes Fleisch als Bösewicht beschuldigt. Es wurde festgestellt, dass einige Verbindungen, die in geräuchertem Fleisch enthalten sind, das Genom schädigen. Das ist der erste Schritt zu potenziellen Krebs. 

Studien zeigen: Verarbeitetes rotes Fleisch, besonders das, was während des Kochens stark verkohlt und angebrannt ist, kann zu einem höheren Krebsrisiko für Menschen führen, die sich allgemein schlecht ernähren.

Die Wahrheit: DIe Angst vor rotem Fleisch ist stark übertrieben, Wenn du nicht ständig rotes Fleisch isst, regelmäßig Sport treibst, Obst und Gemüse isst, nicht rauchst und nur in Maßen trinkst, solltest du dir keine Sorge um Krebs durch rotes Fleisch machen. Wenn du weniger rotes Fleisch essen möchtest, starte mit den Sorten, die geräuchert oder stark verarbeitet wurden.

4. Salz ist schlecht für dich

Viele verarbeitete Lebensmittel und Fast Food enthalten sehr viel Salz. Das bedeutet, dass diejenigen, die viel Salz konsumieren auch viele Lebensmittel essen, die allgemein ungesund sind. 

Das Problem: Es ist schwierig zu unterscheiden, ob das Natrium in den Lebensmitteln Auswirkungen hat. 

Studien zeigen: Bluthochdruck und Nierenschäden können mit überschüssigem Salz in Verbindung gebracht werden. Aber Salz ist ein wichtiges Mineral und entscheidend für die Gesundheit. Das Problem ist, wenn du zu viel Natrium oder Kalium zu dir nimmst. 

Die Wahrheit: Wenig Salz zu essen, ist wichtig für Menschen mit salzempfindlichem Bluthochdruck. Ein drastischer Rückgang der Salzaufnahme hat jedoch in klinischen Studien keinen Nutzen gezeigt. Die meisten Menschen werden mehr von einer Diät mit meist unverarbeiteten Lebensmitteln profitieren als von der Mikromanagement ihrer Salzaufnahme.

5. Brot ist schlecht für dich:

Das Problem: Vor allem Weißbrot ist für viele Kritiker ein Dorn im Auge. Kritiker sagen: Brot macht fett, enthält viel Gluten, was schlecht ist und es enthält viele Kalorien, sodass man schnell einen Überschuss erreicht. Und die meisten Menschen essen Brot mit etwas drauf wie Butter, Marmelade oder Honig, was auch viele Kalorien enthält und nach und nach dazu führen kann, dass du zunimmst. 

Einige Leute meiden Brot auch wegen des Glutengehalts. Glutenkritiker behaupten, dass jede Menge Gluten (ironischerweise ein Protein, kein Kohlenhydrat) eine Gefahr für alle darstellt. Während eine “Gefahr für alle”“ übertrieben ist, ist es tatsächlich möglich, an einer Glutenempfindlichkeit zu leiden, die nicht direkt etwas mit Zöliakie zu tun hat. 

Viele sagen: Es ist in Ordnung Brot zu essen, solange es Vollkornbrot ist. Es hat einen niedrigen glykämischen Index und Insulinindex, sodass nicht viel Insulin freigesetzt wird, außerdem enthält es mehr Faser- und Mikronährstoffe. Deshalb gilt Vollkornbrot als gesünder als Weißbrot. 

Studien zeigen: Der tatsächliche Unterschied zwischen Weißbrot und Vollkornbrot ist relativ gering. Vollkornbrot hat einen höheren Fasergehalt, aber im Vergleich zu vielen Obst- und Gemüsesorten ist es kaum der Rede wert. Vollkornprodukte sind nicht notwendig, um genügend Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Weißbrot verliert während der Verarbeitung mehr Mikronährstoffe, die werden aber meist später, während der Anreicherung, wieder zugeführt.

Die Wahrheit: Während manche Menschen empfindlich auf Weizen reagieren, ist der Glutengehalt nicht unbedingt schuld, und andere Lebensmittel können ebenfalls eine Rolle spielen. Brot oder andere Lebensmittel verursachen von Natur aus keine Gewichtszunahme, es sei denn, der Verzehr führt zu einem Kalorienüberschuss. Obwohl Vollkornbrot als weitaus gesünder als Weißbrot gilt, unterscheiden sie sich nicht so stark und enthalten weder einen hohen Anteil an Ballaststoffen noch Mikronährstoffen.

6. Frische Produkte enthalten mehr Nährstoffe

Gefrorene Produkte werden reif, bevor sie eingefroren werden. Sie werden nur minimal verarbeitet, das heißt, dass sie einige Minuten in heißem Wasser blanchiert werden, um ungünstige Veränderungen in Farbe, Geschmack, Geruch und Nährwert zu verhindern. 

Konserven werden auch wie gefrorene Produkte reif, werden dann aber extrem verarbeitet, wobei einige essentielle Nährstoffe wie Nitrate fast komplett abgebaut werden. Denn Kochen ist auch eine Art der Verarbeitung und das sorgt dafür, dass der Nährstoffgehalt und die Bioverfügbarkeit reduziert werden. Ein weiteres Problem bei Konserven ist, dass Zucker und Salz oft als Konservierungsmittel verwendet werden.

Die Wahrheit: In Bezug auf Nährstoffe gibt es kaum einen Unterschied zwischen frischen und gefrorenen Produkten. Konserven werden in der Regel viel häufiger verarbeitet, das größere Problem sind aber die Konservierungsstoffe.

7. Du sollst dich nur “clean” ernähren

Das ist weniger ein Mythos, als ein Wirrwarr aus Missverständnissen und auch oft als CrossFit Ernährung verschrien. Zu Unrecht. Denn bisher sind sich die meisten nicht einig, was genau “clean” essen eigentlich bedeutet. 

Für manche heißt es, bestimmte Lebensmittel aus religiösen oder ethischen Gründen nicht zu essen. Für andere heißt es, nur frische, rohe, natürliche Bio-Lebensmittel zu essen. Wieder andere sagen, sie wollen sicherstellen, dass Obst und Gemüse frei von Pestiziden ist. 

“Clean Eating” sagt dir also meist nur, was du alles nicht essen sollst. Einige „Clean Eating“ -Gurus empfehlen, dass Sie Ihr Essen nur roh essen, um seine Nährstoffe nicht zu „denaturieren“. Diese Regel ist absolut ein Mythos. Rohmilch kann schädliche Bakterien enthalten. Rohe Eier enthalten Avidin, ein Protein, das Biotin binden und bei häufigem Verzehr zu Biotinmangel führen kann und Sie verdauen mehr Protein aus gekochten als rohen Eiern. Kochen kann den Nitratgehalt von Gemüse (schlecht), aber auch den Oxalatgehalt (gut) verringern. Man kann das also nicht verallgemeinern.

Nur Bio-Lebensmittel
„Bio ist besser.“ Dies wird als selbstverständlich dargestellt, nach dem Prinzip, dass „natürlich“ gut ist, während „synthetisch“ schlecht ist. Bisher konnten jedoch nur wenige Studien, in denen die Auswirkung von Bio-Lebensmitteln auf die klinischen Gesundheitsergebnisse untersucht wurde, Bio-Lebensmittel mit einer besseren Gesundheit in Verbindung bringen.

Dies bedeutet nicht, dass Bio-Lebensmittel und eine bessere Gesundheit nicht miteinander verbunden sind, aber das Problem ist komplex. In einigen Fällen tauschen Sie ein Gesundheitsrisiko gegen ein anderes. Beispielsweise ergab ein Test von Proteinpulvern im Jahr 2018, dass die organischen Pulver etwa die Hälfte der Menge an BPA (einer Industriechemikalie), aber die doppelte Menge an Schwermetallen enthielten.

Ein Missverständnis ist, dass keine synthetische Substanz für den Anbau von Bio-Pflanzen verwendet werden kann, während die nationale Liste der zugelassenen und verbotenen Substanzen einige Ausnahmen enthält. Ein weiteres Missverständnis ist, dass kein Pestizid für den Anbau von Bio-Pflanzen verwendet werden kann. Während Bio-Produkte (insbesondere Obst) seltener synthetische Pestizidrückstände aufweisen als herkömmliche Produkte, existieren natürliche (Bio-) Pestizide, die zum Anbau von Bio-Pflanzen verwendet werden und nicht immer besser für den Verbraucher oder die Umwelt sind.

Die Wahrheit: „Clean Eating“ ist schwer zu definieren, da sich die Gurus nicht einmal darüber einig sind, welche Lebensmittel sauber sind und welche nicht. Halte dich also an die Grundlagen. Iss gesund, viel Gemüse und Obst und wenig unverarbeitete Lebensmittel. CrossFitter essen also am besten gesund, vollwertig, unverarbeitet und bio.

8. Du darfst das Frühstück nicht auslassen

“Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ ist ein sehr hartnäckiger Mythos. 

Das Problem: Es heißt, dass Menschen, die ihr Frühstück auslassen im Durchschnitt einen höheren BMI haben. 

Studien zeigen: Die persönliche Präferenz ist ein kritischer Faktor. Manche kompensieren unbewusst alle Kalorien, die sie beim Frühstück verpasst haben, andere haben morgens einfach gar kein Verlangen nach Essen. In einem Versuch sollten Frauen, die gewöhnlich nicht frühstücken genau das ändern. In vier Wochen haben sie fast einen Kilo zugelegt. Ein Essverhalten muss also zu einem passen, sonst kann es dazu führen, dass man an Gewicht zulegt.

Die Wahrheit: Du musst nicht frühstücken, um gesund zu sein oder Gewicht zu verlieren. Du solltest so frühstücken, wie es dein Hunger zulässt und wie es deine Ziele stützt. 

Quelle: https://examine.com/nutrition/awful-nutrition-myths/

 

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Wir wünschen uns, dass CrossFit dir hilft und gut tut, sodass Du neue Ziele erreichst. Zum Beispiel einen neuen persönlichen Rekord aufstellst, dich im Alltag einfach besser fühlst oder Gewicht verlierst. Wir wissen, dass das allein manchmal schwierig sein kann. Fall Du Hilfe brauchst, sprich uns gerne an. Wir setzen uns gerne mit Dir zusammen und helfen Dir, Dein Ziel zu erreichen. Bei uns bekommst du Trainingspläne und Ernährungstipps vom Profi.

Die Autoren

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Wir sind Hannah, Janice und Jan – CrossFit-Süchtige, Technikfanatiker und Bewegungsliebhaber.

Wir möchten dir helfen, dass du dich gesund ernähren, in deinem Körper wohlfühlen und schmerzfrei durch den Alltag gehen kannst.

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