Der Körper nimmt durch die Luft, durch Kleidung, Lebensmittel und viele andere Dinge Giftstoffe auf, die sich im Körper sammeln. Mittlerweile gibt es tausende Detox-Kuren, die versprechen, diese Stoffe aus dem Körper zu entfernen. Aber funktioniert das wirklich?

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Manche Detox-Programme versprechen, dass sie den ganzen Körper reinigen, andere nur bestimmte Organe. Meist sollte man in der Entgiftungszeit nur ganz begrenzte Lebensmittel in Kombination mit einer ganzen Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. Dabei gibt es sogenannte “Cleanse” bei denen man täglich Aloe Vera-Saft trinken soll, oder Ahornsirup mit Cayennepfeffer, oder kaltgepresste Säfte. Jeder Anbieter verspricht, dass Krankheiten durch den Detox verschwinden sollen und der Körper vitalisiert wird. 

Bisher gibt es nicht viele Studien zum Thema Detox, die wissenschaftliche Ergebnisse liefern können. Es gibt eine Studie, die Frauen mittleren Alters in drei Gruppen geteilt hat. Eine machte einen Cleanse mit, es gab eine Placebo-Gruppe und eine Kontrollgruppe., DIe Kontrollgruppe aß wie gewohnt weiter, die Cleanse- und die Placebo-Gruppe nahmen pro Tag nur 400 Kalorien zu sich. Bis auf die Kontrollgruppe verloren die Teilnehmer der anderen beiden Gruppen Gewicht und zeigten gesundheitliche Verbesserungen, ohne Unterschied zwischen den beiden. Das Ergebnis: Die Magie lag nur in der Kalorienreduzieren und nicht in der Kombination aus Zitronensaft und Neera-Sirup ( einer Mischung aus Ahorn- und Palmensirup).

2009 gab es einen Untersuchungsbericht, dass kein Cleanse-Hersteller eine eindeutige Liste vorlegen konnte, welche Schadstoffe mit dem Detox eliminiert werden und das nicht mal zwei Hersteller den Begriff “Detox” gleich definieren. Die meisten kommerziellen Entgiftungsprogramme sind also nicht nur sehr schwammig in der Form, was sie erwiesenermaßen bringen, sondern wurden sie auch nicht auf ihre SIcherheit oder Wirksamkeit getestet. Das amerikanische Nationale Zentrum für komplementäre und integrative Gesundheit gibt an, dass es keine überzeugenden Beweise gibt, dass Entgiftungs- und Reinigungsprogramme wirklich Giftstoffe aus dem Körper entfernen können oder die Gesundheit verbessern. Das Zentrum gibt sogar die Warnung heraus, dass einige Produkte, die in den Programmen verwendet werden gesundheitliche Schäden hervorrufen können. Das stützt auch eine Fallstudie über Nierenschäden über eine Green-Smoothie-Reinigung und Leberversagen, weil die Teilnehmer zu viel “Detox-Tee” getrunken haben.

Nimmt der Körper Giftstoffe auf?

Ja, der Körper kann, wie auch Tiere Giftoffe aufnehmen und im Körper ansammeln. Es ist beispielweise bekannt, dass sich Quecksilber in Fischen ansammelt und wenn wir diese Fische essen, ebenfalls Quecksilber aufnehmen. 

Besonders besorgniserregend sind organische umweltbeständige Schadstoffe (POP), die sich im Körperfett ansammeln, Kurzfristig hat dein Fett den Rest deines Körpers vor akuten schädlichen Auswirkungen wie Stoffwelche- oder Hormonstörungen schützen. Im Laufe der Zeit setzt das Fett diese Schadstoffe allerdings wieder frei, was zu einer geringen chronischen Exposition führen kann, die schon mit Stoffwechselerkrankungen in Verbindung gebracht wurde.

Körpereigener Detox

Unser Körper hat ein eingebautes Entgiftungssystem: die Lungen, Niere und Leber und andere Organe arbeiten die ganze Zeit daran schädliche Substanzen zu eliminieren. Es gibt drei Möglichkeiten, wie ein realistisches Detox-Programm funktionieren könnte:

  1. Sich nicht so vielen Giftstoffen aussetzen

Dazu zählen Luftschadstoffen wie Rauch, Smog oder chemischen Dämpfe. Man kann nicht immer entscheiden wo man lebt. Gerade ländliche Gebiete haben tendenziell weniger Luftverschmutzung als große Städte, aber man kann die Ansammlung von Umweltverschmutzung im eigenen Haus durch Belüftungen oder Klimaanlagen reduzieren. Wenn du in einem Gebiet lebst, wo es viel Smog gibt, kannst du auch eine Atemmaske tragen, die die Luft filtert.

Auch in Lebensmitteln können Pestizidrückstände enthalten sein. Bei uns in Deutschland regelt die Verordnungen und Höchstgehalte das Planzenschutzgesetz. Trotz aller Vorgaben sind Pestizide umstritten. 

Die Verbraucherzentrale schreibt auf ihrer Seite: “Das gilt vor allem für bestimmte Wirkstoffe, die in Verdacht stehen, schwere Erkrankungen auslösen zu können. Bienengefährliche Mittel stehen ebenfalls in der Kritik. Auch dass es in einem Lebensmittel 20, 30 oder sogar noch mehr Pestizide geben darf, wird häufig kritisiert.”

Es ist natürlich nicht überraschend, dass Bio-Produkte und regionale und saisonale Produkte weniger synthetische Pestizide enthalten als andere. 

Was kann man mit seinen Lebensmitteln machen? Waschen, waschen und nochmal waschen. Auch durch Schälen und Kochen kann man die Anzahl an Pestiziden reduzieren, ganz gleich ob das Produkt bio ist oder nicht.

  1. Verbessere die Fähigkeit deiner Leber Giftstoffe zu metaboliseren

Es gibt erste Studien, die zeigen, dass einige Verbindungen in pflanzlichen Lebensmitteln den Entgiftungsprozess der Leber antreiben können. Dazu gehört zum Beispiel ein Stoff in Brokkoli und anderem Kreuzblütlergemüse wie Kohlesorten, Radiesschen oder auch Rucola. 

  1. Verbessere die Fähigkeit deines Körpers Giftstoffe auszuscheiden

Ballaststoffe können die Entgiftungs direkt und indirekt verbessern. Direkt, indem sie Galle und die dort vorhandenen Giftstoffe bindet, wodurch die Ausscheidung erleichtert wird und indirekt, indem die Bakterien im Verdauungstrakt gefüttert werden, die kurzkettige Fettsäuren bilden, die positiv auf Leber und Niere wirken, sodass die mehr Giftstoffe ausscheiden können. 

Die Vorstellung, dass eine reine Saftreinigung den Darm weg von der Verdauung und hin zur Ausscheidung von Giftstoffen verlagern kann, hat bisher also immer noch keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Wenn du möchtest, dass deine Organe ihr Bestes geben, um deinen Körper von Giftstoffen zu befreien, solltest du ihnen die Nährstoffe geben, die sie für diese Funktion brauchen. Also anstatt einer Reinigung lieber eine tägliche gesunde und ausgewogene Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist.

Warum boomt Detox so?

Detox verspricht schnellen Gewichtsverlust. Allerdings bedeutet Gewichtsverlust nicht immer fettabbau. Wenn du die Kalorienaufnahme reduzierst, isst du wahrscheinlich weniger Kohlenhydrate und das führt dazu, dass du deinen Glykogenspeicher nicht wieder auffüllst. Damit verlierst du nicht nur Glykogen, sondern auch das damit verbundene Wasser und kannst damit in wenigen Tagen mehrere Kilo abnehmen – kurzfristig. Detox ist aber auch so kurzfristig, dass sie Leute nicht sehen, dass sie scheitern. Denn der Gewichtsverlust ist spektakulär, auch das Körpergefühl ist viel besser. Die Ergebnisse führen die meisten auf die Reinigung zurück. Wenn sie aber wieder normal essen, kommen Glykogen und Wasser zurück und damit auch das Gewicht. Eine Reinigung ist natürlich nicht immer nur ein Placebo-Effekt. Vielleicht essen die Teilnehmer in der Zeit auch besser, weil die bestimmte Lebensmittel nicht mehr konsumieren, die nicht gut für ihren Körper sind. 

Fazit: Bisher gibt es keine eindeutigen Studienbeweise, die belegen, dass das Entgiften des Körpers wirklich hilft und in besonderen Fällen, kann so eine Reinigung auch gefährlich sein. Unsere Leber, Lunge, Niere und andere Organe arbeiten die ganze Zeit daran, den Körper zu entgiften. Damit sie normal arbeiten können benötigt der Körper eine ausgewogene Ernährung, die aus Eiweiß, Gemüse, Obst und gesunden Fetten besteht und ausreichend Nährstoffe enthält.

Quellen: 

https://examine.com/nutrition/do-you-need-to-detox/

 

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Die Autoren

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